Österreichische Studierende rufen zu internationalen Besetzungen auf!
Der Funke aus Österreich scheint nach Deutschland überzuspringen. Auch in Müchen, Heidelberg, Potsdam, Tübingen, Darmstadt und Münster besetzten Studierende Hörsäle.
Liebe Studentinnen und Studenten in Deutschland,
in Österreich sind die Unis besetzt. Wir
sehen die Notwendigkeit, euch persönlich darüber zu informieren, was
hier im Moment passiert, da in den Medien nicht vermittelt wurde, dass
diese Proteste etwas Neues, nie Dagewesenes sind. Dieser Protest wurde
in einer völlig spontanen Solidarisierungs-Demonstration begründet,
keine Studierendenvertretung oder Partei hat diese organisiert, rein
aus dem Bewusstwerden der Bildungsproblematik heraus ist er entstanden
und gewachsen. Diesen reinen Kern, diesen Motor, spüren wir hinter
Allem, was hier geschieht. Die Studierenden aller Studienrichtungen
haben sich spontan – ohne übergeordnete Organisation –
zusammengefunden, um gegen die Studienbedingungen zu protestieren.
Das Ausmaß dieser Aktion ist der Beweis dafür, dass es sich um zentrale
Anliegen handelt, die alle europäischen Studierenden persönlich
betreffen. Wir protestieren, anders als es die Medien darstellen, zwar
auch gegen die Entscheidungen der österreichischen Regierung, aber vor
allem sind wir grundsätzlich mit europaweiten Tendenzen wie der
Ökonomisierung der Bildung und der Entdemokratisierung der
Bildungsinstitute nicht einverstanden. Dies sind länderübergreifende
Probleme, an deren Lösung wir als Studierende nur dann beteiligt sein
werden, wenn auch europaweit protestiert wird.
Der Wille zur Selbstbestimmung der Studierenden und der Lehrenden ist ein zentrales Element dieser Bewegung in Österreich. Deshalb wurden Hörsaäle besetzt, in denen nun lebendige und konstruktive Diskussionen stattfinden, an denen sich alle Studierenden jederzeit beteiligen können. Es ist wichtig, dass nicht nur protestiert wird, sondern dass Diskussionsräume jenseits öffentlicher Institutionen und etablierter Plattformen geschaffen werden. In Österreich ist das bundesländerübergreifend bereits passiert. Die Diskussionen und Proteste hier werden anhalten und die Studierenden in Österreich warten auf ihre deutschen KommilitonInnen, um gemeinsame Probleme offenlegen zu können.
Am 05. November findet ein internationaler Protestag statt, als Warm-Up für eine Protestwoche unter dem Motto “Education is not for Sale”. Die Studierenden und SchülerInnen in Österreich unterstützen diesen Tag mit einer Großdemonstration. Wir unterstützen jede/jeden einzelnen Studierenden, in Deutschland, in Europa und darüber hinaus, der mit seinem Bildungsystem unzufrieden ist.
Plenum des besetzten Audimax Wien.
http://unsereuni.at/
http://www.emancipating-education-for-all.org/





